Wer ist diese Irre und was tut sie in meiner Küche?

Keine Ahnung, woher die plötzlich kommt, aber sie gebärdet sich, als wäre sie bei und zu Hause. Ja, schlimmer noch, sie kommt und stellt alles auf den Kopf, gerade so, als gäbe es bei uns etwas aufzuräumen. Anfangs schlich sie noch ziemlich unauffällig durch die Zimmer, beobachtete, rückte da und dort einen Gegenstand zurecht. Dann aber, am letzten Samstag, legte sie plötzlich los. Machte sich in der Vorratskammer zu schaffen, wo sie den Altglas-Behälter ausmistete, leere Einmachgläser aus den Regalen räumte, alles fein säuberlich ordnete und den Fussboden schrubbte, als gelte es einen Putzwettbewerb zu gewinnen. Dann verschwand sie wieder für ein paar Tage.

Heute Morgen aber stand sie wieder in meiner Küche, machte sich an den Schubladen zu schaffen, deutete stumm und mit vorwurfsvollem Blick auf die nicht ganz sauberen Fensterscheiben. Ich ignorierte sie so lange wie möglich, was aber nach dem Mittagessen nicht mehr ging. Ehe ich die Zeit fand, die Speisereste in den Kühlschrank zu stellen, schnappte sie sich drei Tiefkühlbehälter, Etiketten und Stift und fing an, die Reste fein säuberlich zu portionieren und zu datieren. Ich wollte sie fragen, was sie hier tue, aber sie marschierte an mir vorbei als existierte ich nicht. Zielstrebig ging sie auf den leeren Tiefkühler zu, schaltete ihn ein und verstaute das Essen darin. Danach ging sie zum Computer, gestaltete flugs eine Tabelle, in die sie fein säuberlich einschrieb, was sie eben in den Tiefkühler verstaut hatte und bis wann das bitte schön verbraucht werden solle. Die Tabelle kam an die Tür des Tiefkühlers, dann machte sie sich in stiller Wut an der schmutzigen Küchenkombination zu schaffen.

An diesem Punkt musste ich sie leider verlassen, denn der Wocheneinkauf wartete. Fast gelang es mir, sie ob des Warenangebots zu vergessen, doch plötzlich stand sie hinter mir und legte mir einen Backofenreiniger in den Einkaufswagen. Ganz klar, ihr nächstes Projekt ist mein nicht ganz sauberer Backofen, sie wird also noch eine Weile bei uns bleiben.

Ich frage mich bloss, woher sie kommt. Mir scheint, ich habe sie schon früher mal gesehen. Damals, als ich mit Karlsson schwanger war. Wenn ich mich recht erinnere, hat sie sich damals leidenschaftlich darum gekümmert, dass das Chromstahl in der Küche stets blitzblank war. Ach ja, sie hatte auch diesen Ordner, in dem sie Woche für Woche einschrieb, welches Kochrezept besonders gelungen war, wo sie etwas ändern würde und was nie mehr auf den Tisch kommen sollte. Sie war ziemlich effizient, aber auch leicht verbissen. Ich weiss also nicht so recht, ob ich mich über ihre Rückkehr freuen soll, oder ob eher Angst vor dem Putzfimmel angesagt wäre.

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Dinge, auf die ich nach zu wenig Schlaf verzichten kann

  • Eine Anruferin, die zur Mittagszeit “Meinen” ans Telefon verlangt, mir partout nicht sagen will, was sie um diese Zeit von ihm will und ich kann sie nicht anraunzen, weil die Gefahr besteht, dass sie die Mutter eines Schülers ist. Sie war von der Deutschen Klassenlotterie…
  • “Meiner”, der mir alles Kleingeld aus dem Portemonnaie raubt, ohne mir etwas davon zu sagen, was dazu führt, dass ich an der Bushaltestelle erkennen muss, dass ich mir kein Billett lösen kann, worauf ich mit schlechtem Gewissen mit dem Auto in die Stadt fahren muss. Nein, ich hätte keinen späteren Bus nehmen können, denn ich war zum Kaffeeklatsch verabredet und wichtige Angelegenheiten lassen sich nicht aufschieben.
  • Die Marschmusik, die abends um halb neun, wenn Prinzchen und Zoowärter schon fast eingeschlafen sind, durchs Quartier zieht. Ja, ich weiss, die müssen üben und wir haben bald auch einen Trompeter in der Familie, der vielleicht eines Tages mitmarschieren will, aber geht das nicht zu einer anderen Zeit? Am Ende bin ich wieder die böse Mama, die herumbrüllt, weil die Kleinen auf dem Balkon herumhüpfen, anstatt zu schlafen.
  • Wenn mir Luise abends um halb zehn verkündet, dass sie vergessen hat, die Nomen auf dem Arbeitsblatt zu markieren und nun verlangt, dass ich ihr bei der Aufgabe helfe, weil sie zu müde zum Nachdenken ist.
  • Abendnachrichten, die so deprimierend sind, dass man gar nicht hinsehen mag.
  • Ein Nahezu-Familienkrach, weil das Prinzchen eine einsame Erdbeere unter dem Sofa gefunden und nicht geteilt hat.
  • Zoff unter vier Brüdern, weil jeder für sich in Anspruch nimmt, der echte Karlsson vom Dach zu sein. Warum bin ich bloss auf die hirnverbrannte Idee gekommen, das Buch unseren drei Jüngsten zu erzählen?

Okay, ich wäre auch mit mehr Schlaf das eine oder andere Mal laut geworden, aber so…

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Wenn man bloss wüsste…

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Wir Eltern wollen stets das Beste für unsere Kinder, ist doch klar. Bloss, wie sieht es denn aus, das Beste? Ist es der scheinbar vorgezeichnete Weg, der zwar übersät ist mit Hindernissen, den man aber einfach hinter sich bringen muss, weil es nicht anders möglich ist? Ist es der etwas verborgenere Weg, nicht ganz einfach [...]

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Bester Freund

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Luise liebt das Theater und so werden Freundinnen, die zu Besuch kommen, meist zu, Theaterspielen verdonnert. Weil aber mit einer oder zwei Freundinnen kein grosses Ensemble zusammenkommt, ist Luise stets auf der Suche nach Statistinnen. Diese sind in unserer Familie aus bekannten Gründen rar, weshalb ab und zu ein kleiner Bruder als Mädchen hinhalten muss. [...]

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Von wem hat er das bloss?

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Gut, ich geb’s ja zu: Die Sauerei im Haus war so gross, dass die Kinder wohl geradezu erleichtert waren, dass wir sie heute dazu verknurrten, uns eine Stunde lang beim Aufräumen zu helfen. Was nach dieser Stunde noch nicht erledigt sei, würden wir Eltern dann selber machen, versprachen wir. Nein, wir wollten damit nicht unsere [...]

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Heute

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- 4 Rucksäcke für 4 x Spiel- und Sporttag gepackt und dabei berücksichtigt, dass jeder ein anderes Programm hat: 2 x mit Bräteln, wobei aber nur einer eine Wurst mitnehmen will, die andere sich aber dem obligaten Cervelat verweigert, 1 x ohne Bräteln, dafür mit Schwimmbad, 1 x zwar mit Wurst, aber diese wird von [...]

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Nein danke, kein Hahn

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Er hätte uns ja gerne einen Wachtelhahn verkauft, aber ich sagte nein. Wir seien blutige Anfänger, erklärte ich, wären vollkommen überfordert, wenn plötzlich kleine Wachteln schlüpfen würden. Es half auch nichts, dass er Luise und mir die herzigen Küken zeigte, die erst vor zwei Wochen geschlüpft waren. Oh ja, sie waren hinreissend, aber eben, die [...]

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Hoch lebe die Bürokratie!

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Wie gut, dass die Bürokratie im deutschsprachigen Europa läuft wie geschmiert. Worüber sollte ich denn sonst bloggen? Als wir im Februar in Österreich waren, war “Meiner” eines Morgens mit dem Auto zu schnell unterwegs. Nicht viel zu schnell, aber schnell genug, um eine Busse von 35€ zu kassieren. Ach was, es war keine Busse, sondern [...]

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Ertappt

Momentan lese ich ein äusserst sozialkritisches Buch, in welchem unter anderem hart mit den Supermärkten ins Gericht gegangen wird, die lieber Lebensmittel für die Mülltonne produzieren, als den Konsumenten drei Sekunden vor Ladenschluss ein leeres Brotregal zuzumuten. Das Buch ist packend geschrieben und bringt mit treffenden Worten auf den Punkt, was ich für richtig halte, [...]

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Ertappt

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Momentan lese ich ein äusserst sozialkritisches Buch, in welchem unter anderem hart mit den Supermärkten ins Gericht gegangen wird, die lieber Lebensmittel für die Mülltonne produzieren, als den Konsumenten drei Sekunden vor Ladenschluss ein leeres Brotregal zuzumuten. Das Buch ist packend geschrieben und bringt mit treffenden Worten auf den Punkt, was ich für richtig halte, [...]

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